Beiträge zum Präventionsfachteam für seelische Gesundheit.
Kleiner Roter Leitfaden, Orientierungshilfe und mögliche Veranstaltungsinhalte

Resilienz fördern durch Soziale Netzwerke

  • Beziehungen aufbauen
  • Vereinbarungen treffen
  • Gruppenbildung und Teamarbeit
  • Miteinander reden
  • neuen Herausforderungen begegnen

Mit Stress umgehen - im Gleichgewicht bleiben

  • Stressfaktoren und Reaktionen / Hintergrundinfos
  • Persönliche Stressoren erkennen
  • Coping-Strategien finden
  • Unterstützungsressourcen mobilisieren
  • sich Hilfe holen lernen
  • Gruppenunterstützung
  • Vertrauen und Entspannungsübungen
  • Schutzmaßnahmen

Mobbing - Prävention und Handlungsstrategien

  • Hinsehen statt Wegsehen / Hintergrundinformationen
  • Gründe und Formen von Mobbing erkennen
  • die Dinge beim Namen nennen
  • über Mobbing sprechen lernen
  • Problemlösekompetenz entwickeln
  • Kultur, Identität und psychische Gesundheit

Rückgrat für die Seele - Umgang mit Verlust und Trauer

  • Verlust und Trauer verstehen / Hintergrundinformation
  • Veränderungen, Gefühle und Reaktionen erkennen
  • Bewältigungsstrategien erarbeiten
  • sich und anderen helfen
  • auf Hilfesuchende reagieren
  • Trauerrituale

Seelische Krisen und Psychische Störungen verstehen

  • Hintergrundinformationen (Ängste, Depression, Essstörung, Bipolare affektive Störung, Schizophrenie usw.)
  • Krisen und Störungen verstehen lernen
  • Respekt, Tolerant, Anders sein
  • Etikettierung und abweisendes Verhalten
  • Hilfe suchen - Unterstützung bekommen
  • von Angesicht zu Angesicht / Expertenbefragung

Leitfaden zur Prävention von Selbstverletzung und Suizid

  • Depression und Suizid
  • Suizidforen
  • Selbstverletzung und Autoaggression
  • die Rolle der Alltagswelten (Einrichtungen des Erziehungs-, Bildungs- und Gesundheitswesens) in der Suizidprävention
  • Signale erkennen, verfolgen und darauf reagieren
  • die Bedeutung von Peerprogrammen und externen Partnerschaften
  • Umgang mit Krisensituationen
  • Risikoeinschätzung
  • Nachsorgeplan

Handlungsansätze für Planung und Management zur Förderung psychischer Gesundheit in Organisationen des Erziehungs-, Bildungs- und Gesundheitswesens

  • Psychische Gesundheit – Definitionen, Beeinträchtigungen und Schutzfaktoren
  • Unterstützung und Vorbereitung von Lehrkräften, Erziehungs- und Betreuungspersonal
  • Herausforderungen im Umgang mit psychischer Gesundheit
  • Umgang mit Krisensituationen, Entwicklung von Handlungsplänen
  • Situationsanalysen für Lehr- und Erziehungspersonal, Eltern, Jugendliche

Die Info- und Aufklärungsmaterialien:

  • einer Ausstellung zu acht Themen
    (Anderssein, Mein schrecklicher Körper, Angst, Drogen und Psychosen, Depression, Selbstverletzung, Suizid, Alkohol)
  • Info-Pocket-Guides zu den o.g. acht Themen
  • Poster zu den o.g. acht Themen
  • einem regionalen Krisenwegweiser (pdf)
  • einer Best-of-Filmbox "Ausnahme|Zustand"
Wollen Sie das Projekt für Ihre Schule oder Einrichtung buchen? Rufen Sie uns an oder senden Sie ein E-Mail an das Präventionsfachteam.

Kultursensible (türkische) Präventionsarbeit zur Förderung seelischer Gesundheit

Der NIENHOF - Verein zur Förderung psychosozialer Arbeit e.V. ist seit über 30 Jahren an einer qualifizierten Weiterentwicklung der gemeindepsychiatrischen bzw. psychosozialen Versorgung in Gelsenkirchen aktiv beteiligt.

Im Rahmen eines ganzheitlichen Konzeptes zur Förderung seelischer Gesundheit werden individuelle bedarfsgerechte Hilfen wie ein Kontaktcafé, Psychosoziale Beratungsarbeit, Ambulant Betreutes Wohnen, eine Tagesstätte sowie Aufklärungs- und Präventionsarbeit vorgehalten.
Diese werden ressourcenorientiert und sozialräumlich mit relevanten Angeboten bzw. Institutionen des Gemeinwesens aus den Bereichen Freizeit / Kultur / Bildung / Gesundheit / Soziales / Beschäftigung vernetzt.

Hintergrund ist, dass Migranten mit psychischen Gesundheitsproblemen in den dafür vorgesehenen ambulanten Versorgungsangeboten selten ankommen. Es fehlt an niederschwelligen kultursensiblen Hilfen, die eine kulturelle und sprachliche Verständigung unterstützen, Isolation aufbrechen und Integration voranbringen, so wie soziale und volkswirtschaftliche Folgeschäden (Transferleistungen, Behandlungs- und Betreuungskosten, Kriminalität etc.) verhindern helfen.

Dazu bedarf es der kulturellen Öffnung der zuständigen Hilfeeinrichtungen und Entwicklung interkultureller Sensibilität und Kompetenzen, was immer noch recht selten umgesetzt wird. Deshalb hat der NIENHOF diesen Weg mit Unterstützung des Internationales Migrantenzentrum IMZ der AWO in Gelsenkirchen zur Förderung der seelischen Gesundheit, speziell für den türkischen Kulturraum bzw. Personenkreis, eingeschlagen.

Ein zentraler Baustein stellt in diesem Zusammenhang die Aufklärungsarbeit in den relevanten Migrantenorganisationen und die Netzwerkentwicklung dar. Insbesondere seelische Gesundheitsprobleme werden unter Migranten oftmals als somatische Beschwerden formuliert, was häufig zu Fehldiagnosen und falschen Behandlungen führt.

Studien belegen, dass Migranten im Vergleich oftmals höhere und / oder falsche Medikamentendosen erhalten. Die Suizidrate unter türkischen Frauen ist beispielsweise doppelt so hoch wie unter deutschen Frauen.
Diese u.a. Beispiele machen deutlich, wie wichtig ebenfalls niederschwellige und bei Bedarf auch aufsuchende Präventionsarbeit mit Migranten ist. Dabei geht es meist um den Kontakt mit ganzen Familiensystemen / Gruppen / Organisationen, welche häufig mehrere Generationen und z.T. auch Freundeskreise umfassen.

Alltagssorgen, die aufgrund verschiedenartigster Problemkonstellationen zu psychischen Beeinträchtigungen führen können, gilt es dort präventiv wie auch nachsorgend zu lösen, um sowohl die seelische Gesundheit und damit auch die Integration von Migranten zu fördern.

Weitere Projektziele

  • Vorurteile und Stigmata reduzieren.
  • Kultursensible Hilfen vermitteln.
  • Soziale Kompetenzen und Selbsthilfe stärken.
  • Empowermentressourcen freisetzen.
  • Armut und andere negatie Folgen verhindern.
  • Aufklärung und Integration fördern.
  • Minderung volkswirtschaftlicher Kosten.
In enger Vernetzung mit den Aufgaben und Zielen des Präventionsfachteams des NIENHOF e.V. wie auch des bundesweiten  Jugend- und Schulprojektes “Verrückt? Na und!”- in Kooperation mit Irrsinnig Menschlich e.V. und der BARMER GEK, unterstützt von der Stadt Gelsenkirchen, werden Informations- und Aufklärungsveranstaltungen zur Förderung seelischer Gesundheit, insbesondere in Migrantenorganisationen u.a. kooperierenden Diensten durchgeführt. Seit 2010 haben ca. 30 Veranstaltungen in Form von Vorträgen, Informationsveranstaltungen, Seminaren etc. stattgefunden. Dort wird über psychische Gesundheit bzw. Gesundheits-probleme informiert bzw. sensibilisiert und ggf. mit kulturbedingten Vorurteilen bzw. Mißverständnissen aufgeräumt.
Beratung für Eltern
Schnelle und kurzfristige Unterstützung in schwierigen Situationen ist für Familien wichtig. 
Die Mitarbeiter des Projekt Pusteblume ermöglichen nach Absprache zeitnahe Termine für Elterngespräche. 

In diesem ersten Gespräch wird geklärt, in welchen Bereichen Hilfebedarf nötig ist. Die passenden Maßnahmen zur Unterstützung für Eltern und Kinder werden gemeinsam besprochen. Die Eltern werden darüber informiert, welche Möglichkeiten der Hilfe der Nienhof e. V. leistet und welche Möglichkeiten andere Anbieter und die Stadt Gelsenkirchen bereitstellen. Ziel dieser Vernetzung verschiedenster Anbieter ist es, den Eltern die in Ihrer Situation bestmögliche Unterstützung anzubieten.

Eine über dieses Erstgespräch weiterführende Beratung ist jederzeit möglich.

Elterngruppe
Eltern mit psychischen Krankheiten müssen, trotz der Einschränkungen die eine Erkrankung mit sich bringt, die gleichen Aufgaben wie alle Eltern erfüllen. Die Herausforderungen, welche die Erziehung eines oder mehrerer Kinder mit sich bringt, sind die gleichen wie in allen Familien.

Diese Gruppe soll Eltern in ihrer Erziehungskompetenz unterstützen. Die Gruppenarbeit fördert ein gesundes Familienklima und die Kommunikation in der Familie. Eltern erhalten konkrete Handlungsstrategien im Umgang mit den Kindern. Sie erlangen Sicherheit und können in vielen Situationen angemessener auf die Bedürfnisse des Kindes eingehen.

In der Gruppe erfahren Eltern, wie sie mit ihren Kindern am besten über die eigene Erkrankung reden können. Dies fördert eine offene familiäre Kommunikation und verhindert Ängste und Schuldgefühle bei den Kindern.

Gemeinsame Aktivitäten für Eltern- und ihre Kinder
Das Projekt Pusteblume des Nienhof e.V. in Gelsenkirchen lädt einmal im Monat die Familien zu gemeinsamen Freizeitaktivitäten ein. Eltern und Kinder aus verschiedenen Familien lernen sich kennen, tauschen sich aus und machen gemeinsam positive Erfahrungen.

Präventionsfachteam für seelische Gesundheit

Es gibt keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit.
Prävention geht uns alle an!


Seelische bzw. psychische Erkrankungen sollen bei Kindern und Jugendlichen und Erwachsenen in den letzten Jahren stark angestiegen sein. Liegt es an erhöhten Belastungen, denen die Menschen ausgesetzt sind? An mangelnden gesunden Beziehungen oder daran, dass Ärzte und Therapeuten heutzutage schneller eine psychische Erkrankung diagnostizieren als noch vor 15 Jahren?

Wahrscheinlich sind neben den genannten Gründen viele weitere ausschlaggebend dafür, dass uns das Thema seelische Gesundheit bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aktuell so häufig begegnet.

Unser regionaler Krisenwegweiser (pdf)

Eine seelische Erkrankung ist immer mit dem Verlust der seelischen Gesundheit verbunden.

Die Grenzen zwischen seelisch gesund und psychisch krank sind fließend. Treffen kann es jeden. Der offene Umgang mit psychischen Krankheiten sowie Informationen über ihre Entstehung und Therapiemöglichkeiten verhindert die Ausgrenzung der Betroffenen und reduziert menschliches Leid.

Das Ziel des Präventionsfachteams des Nienhof e.V. ist es, die seelische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in ihrem alltäglichen Umfeld zu fördern und zu erhalten. Das Angebot richtet sich an Lehrer, Erzieher, Schüler, Kinder und Eltern. Speziell für türkische Gelsenkirchener Bürger bietet das Präventionsfachteam Beratung und Vorträge in türkischer Sprache an. 

Zentrale Themen der Angebote des Präventionsfachteams sind:
  • Umgang mit seelischen Krisen.
  • Stärkung der seelischen Gesundheit und Widerstandskraft (Resilienz).
  • Was sind psychische Krankheiten, wie entstehen sie und wie lassen sie sich behandeln?
  • Suizidprophylaxe und Umgang mit Suizid.
Spezielle Angebote zu den Themen, die hier nicht aufgelistet sind, können jederzeit abgesprochen werden.

Arbeitsmethoden:
  • Gesprächs- und Diskussionsgruppen
  • Gruppenarbeiten und Rollenspiele
  • Kreative Übungen
  • Vorträge und Informationsveranstaltungen

Das Konzept

Schüler, Eltern, Erzieher, Lehrer u.a.
  • setzen sich mit ihren Erfahrungen und Vorstellungen über seelische Gesundheit auseinander,
  • beschäftigen sich mit Glück und Krisen in ihrem Leben und was sie tun können, um ihr Wohlbefinden in ihrem jeweiligen Umfeld zu verbessern,
  • lernen Menschen kennen, die berufliche oder persönliche Erfahrungen mit seelischen Krisen haben; das verändert die eigene Perspektive!

Die Aufgaben des Präventionsfachteams in Gelsenkirchen sind:

  • Netzwerkarbeit
  • Information / Öffentlichkeitsarbeit
  • Beratung
  • Fortbildung
  • Gesundheitsfördernde Aktionen

Die Angebote unseres multiprofessionellen Präventionsfachteams sind:

  • Durchführung von Informationsveranstaltungen / Workshops / Projekttage
  • Begleitung von fachspezifischem Unterricht (z.B. Gesundheit, Stress etc.)
  • Beratung / Fortbildung für Multiplikatoren z.B. Erziehungs- und Lehrpersonal
  • Beratung von Organisationen zum Thema Seelische Gesundheitsförderung
  • Unterstützung von Peergruppen / Trialog
  • Materialien und Medien sowie kreative Methoden und Programme

Zentrale Themen können in dem Zusammenhang sein:

  • Umgang mit Verlust und Trauer
  • Stress und Gleichgewicht
  • Mobbing versus Präventionskonzept
  • Psychische Krisen verstehen
  • Resilienz fördern
  • Selbstverletzung und Suizid

Unsere Arbeitsmethoden je nach Bedarf und Zielgruppe lauten:

  • Mind Matters
  • Gruppenarbeit
  • Kreative Mediations- und Gestaltungstechniken
  • Vorträge
  • Wahrnehmungsübungen

Projekte

Kinder brauchen einen Raum, in dem sie möglichst unbefangen über Ihre Sorgen und Nöte sprechen können. Etwas Zeit, in der sie ihre Alltagssorgen vergessen.

In der Kindergruppe des Projekt Pusteblume können Kinder besondere Aktivitäten erleben und spannende Erfahrungen sammeln.

Hier ist auch ein Ort, in dem sie über Ihre Sorge und Nöte sprechen können. Sie sind Teil einer Gemeinschaft, die ihnen Halt geben kann.

Begleitet von erfahrenen Sozialarbeiten und Ergotherapeuten und in altersgerechter Art und Weise lernen die Kinder etwas über die psychische Erkrankung der Eltern. Dadurch können sie das Verhalten der Eltern besser verstehen und fassen vielleicht etwas Mut.

Die Gruppe findet in Kooperation mit der städtischen Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche statt.